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Der Männerchor Burg verbrachte das vergangene Wochenende in Unterschächen. Doch was nach Idylle klingt, war eine Zeit des Schleifens. Denn die Herren probten fleissig für den kommenden Burgerabend. «Es wird ein Konzert für unsere treuen Fans und neugierige Musikliebhaber», verspricht Walter Hausmann, Präsident des Männerchors Burg. «Denn wir haben ein Programm aus Lieblingsliedern unserer Zuhörerschaft zusammengestellt.» «Wobei die Mischung der Emotionen das ist, was Zuhörerinnen und Zuhörer verbinden soll», fügt Dirigent Lubomir Rachunek hinzu. Die Gemütlichkeit des «Dampfnudelliedes», «Heimelig», das für die Schönheit der Tradition steht oder Peter Alexanders «Die kleine Kneipe in unserer Strasse», in welchem die Bedeutung des Miteinanders in schwierigen Zeiten besungen wird, sind gute Beispiele. «Eine Herausforderung der rhythmischen Art ist der «Augustin Rap»», schildert Lubomir Rachunek. «Doch für den generationenverbindenden Aspekt dieses Stückes nehmen wir das zusätzliche Engagement selbstverständlich nur zu gerne auf uns.» Die Vorfreude auf die Konzerte vom 10. Und 11. November lässt Walter Hausmanns Gesicht strahlen. «Man schleift zwei Tage gemeinsam an den Stücken, wird beinahe zum Bildhauer der Musik. Dann möchte man am Rad der Zeit drehen, damit man die eigene Begeisterung ans Publikum weitergeben kann.» Darum sei es gut, dass schon bald der Vorverkauf losgehe. «Und wer sich bis dahin einstimmen will, kann ja die Eindrücke des Vereinsjahres auf unserer Website www.chorburg.ch geniessen.»

 

Wenn der Männerchor Burg probt, bedeutet das mehr, als Lieder erklingen zu lassen. Es wird Leidenschaft für Gesang hörbar. Hotelgäste des Haus 74 in Menziken und Passanten erlebten am Mittwochabend eine Überraschung. «Rosmarie» - das Lied über die grosse Liebe bekannt geworden durch «Schluneggers Heimweh» tönte aus dem Rossstall. Plötzlich wurde die Melodie unterbrochen. «Danke wunderbar, jetzt bitte 1. Tenor.» Die Stimme gehörte Lubomir Rachunek, dem Dirigenten des Männerchors Burg. Langsam wurde dem Publikum klar, dass es sich hier nicht um ein fertiges Programm handelte. Die Sänger probten für ihr Jahreskonzert, den berühmten Burgerabend. Geht es bei der Probe fernab von Burg darum die Flexibilität zu fördern? Also jeden Raum zum Klingen zu bringen? «Eigentlich ist es noch mehr als das», korrigierte Präsident Walter Hausmann mit einem Lächeln. «Wir wollten und wollen die zuhörenden Männer neugierig machen.» Neue Stimmen würden einen Chor bereichern und er selbst könne singen als Hobby nur empfehlen. «Darum möchten wir die Musikliebhaber ermutigen, bei der nächsten Probe am Mittwoch 26. September im Haus 74 einfach mitzusingen um sich uns nach diesem schönen Erlebnis anzuschliessen.» Und was ist mit den weiblichen Zuhörern? Walter Hausmann antwortete schmunzelnd: «Sie könnten die Terminplanung übernehmen und den 10. November für den Burgerabend vormerken.»

 

 

 Am vergangenen Samstagmorgen traten elf Mitglieder des Männerchors Burg bei schönstem Sonnenschein ihre Reise an. Das Ziel war Thun, das Tor zum Berner Oberland. Die elf musikalischen Touristen staunten nicht schlecht. Zwei Querstrassen vom Bahnhof entfernt standen sie an der Aare. Stadtführerin Patricia Niederhauser informierte über die Wasserregulierung durch die beiden im 18. Jahrhundert gebauten Schleusen bevor es weiterging in Richtung Rathausplatz. Historische Häuser bewohnt von Napoleons Nachfahren oder dem Schriftsteller Heinrich von Kleist, verschiedenste Wappen – schnell wurde den Männern klar: Thun hatte viel mehr zu bieten, als an einem Tag gesehen werden konnte. Die Klänge zweier Strassenmusikanten aus der Fussgängerzone begleiteten die wackeren Entdecker auf den Treppen Richtung Schloss. Und auf jeder neuen Ebene belohnte der Blick auf Stadt und Bergwelt für die Vielzahl der Stufen. In der Kapelle testete der Chor die berühmte Akustik mit «My Eveline». Der Applaus ehrte die Sänger ebenso wie die Erbauer des Gotteshauses. Die Zeit verging rasend schnell, galt es doch nach einer Schifffahrt über den Thunersee auf Schloss Hünegg weitere Schönheiten zu entdecken. Präsident Walter Hausmann, der die Reise organisiert hatte, freute sich an den faszinierten Gesichtern seiner Kollegen. «Ich bin schon gespannt, wie sie sich morgen in Spiez als Ritter schlagen», erklärte er mit einem Schmunzeln. Es sei verraten: Am Sonntagabend kehrten elf müde, aber glückliche Eroberer des Mittelalters nach Hause zurück. Bilder und Klänge der gemeinsamen Reise werden sie noch viele Tage begleiten…