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Kaum zu glauben wie schnell 158 Jahre vergehen, wirkt der Männerchor Burg doch so frisch wie eh und je. Das haben sie an ihren Konzerten vergangenes Wochenende eindrucksvoll unter Beweis gestellt. «Das Eröffnungslied vom letzten Burgerabend hat mir so gut gefallen.» «Das Schlussbouquet vom Neujahrsapéro war mein Highlight.» Oder schlicht: «Könntet ihr das nicht wieder einmal singen?» «Immer wieder sind Menschen mit solchen Anliegen an mich herangetreten», schilderte Präsident Walter Hausmann in seiner Begrüssungsrede. «So haben wir beschlossen mit «Hits vo de Burg» möglichst viele Wunschlieder auf die Bühne zu bringen. Viel Vergnügen.» «Wir sind die alten Säcke», «Heimelig», «Siloballe Blues», «Die kleine Kneipe» oder «Einegeligi Riisnegeli» - für jeden war etwas dabei. Finn Meier, Enkel des Sängers Werner Sommerhalder, mochte den Blues. Sarah Flückiger gefiel das Handorgelspiel bei der «kleinen Kneipe». Und Samuel Morgenthaler, Vertreter des Männerchors Reitnau, sang einfach mit. Die Musik als generationenverbindende Kraft erleuchtete den Gemeindesaal im wahrsten Sinne des Wortes als das Publikum bei «Sierra Madre del Sur», die Knicklichter schwang. Die witzige Moderation von Christine Lehmann zusammen mit ihren Enkelinnen Lara und Lisa Bolliger trug das ihre zum Anlass bei. «Hits vo de Burg» - mögen viele neue dazukommen. Das Publikum wird es dem Männerchor immer wieder mit grossem Applaus danken.

 

Wenn der Männerchor Burg probt, bedeutet das mehr, als Lieder erklingen zu lassen. Es wird Leidenschaft für Gesang hörbar. Hotelgäste des Haus 74 in Menziken und Passanten erlebten am Mittwochabend eine Überraschung. «Rosmarie» - das Lied über die grosse Liebe bekannt geworden durch «Schluneggers Heimweh» tönte aus dem Rossstall. Plötzlich wurde die Melodie unterbrochen. «Danke wunderbar, jetzt bitte 1. Tenor.» Die Stimme gehörte Lubomir Rachunek, dem Dirigenten des Männerchors Burg. Langsam wurde dem Publikum klar, dass es sich hier nicht um ein fertiges Programm handelte. Die Sänger probten für ihr Jahreskonzert, den berühmten Burgerabend. Geht es bei der Probe fernab von Burg darum die Flexibilität zu fördern? Also jeden Raum zum Klingen zu bringen? «Eigentlich ist es noch mehr als das», korrigierte Präsident Walter Hausmann mit einem Lächeln. «Wir wollten und wollen die zuhörenden Männer neugierig machen.» Neue Stimmen würden einen Chor bereichern und er selbst könne singen als Hobby nur empfehlen. «Darum möchten wir die Musikliebhaber ermutigen, bei der nächsten Probe am Mittwoch 26. September im Haus 74 einfach mitzusingen um sich uns nach diesem schönen Erlebnis anzuschliessen.» Und was ist mit den weiblichen Zuhörern? Walter Hausmann antwortete schmunzelnd: «Sie könnten die Terminplanung übernehmen und den 10. November für den Burgerabend vormerken.»

 

Vor wenigen Wochen erreichte den Männerchor Burg eine traurige Nachricht. Willi Gautschi, ein geschätztes, langjähriges Mitglied, war in Folge seiner gesundheitlichen Gebrechen verstorben. «Es ist ein grosser Verlust für uns», versucht Präsident Walter Hausmann den schwierigen Moment in Worte zu fassen. Willi Gautschis Liebe zur Musik, sein Blick für die bedeutsamen Dinge des Alltags seien eine Bereicherung für die Gemeinschaft gewesen. «Wenn wir gemeinsam auf Reisen waren, sagte er oft ‘die Schweiz hat so viele schöne Plätze, da braucht es keine weiten Reisen ins Ausland’.» Zu Willi Gautschis Lieblingsstücken zählten «Bajazzo», «Vater unser» und «en unerfüllte Traum». «Und jedes Mal, wenn wir diese Lieder künftig singen, werden wir unserem ersten Tenor Willi Gautschi gedenken.»